Grundlagen: Autonomes Nervensystem > Sympathikus

Der Sympathikus ist das bedeutendste Aktivierungssystem im menschlichen Körper. Es gibt praktisch keine Aktivität oder Reaktion, die nicht von sympathischen Regulationsprozessen begleitet wird. Der Sympathikus ist insbesondere dann aktiv, wenn besondere Leistungsanforderungen an den Körper gestellt werden und der Organismus darauf angewiesen ist, Energie freizusetzen und seine Leistungsreserven zu mobilisieren, um diese den anstehenden Belastungen und Herausforderungen anzupassen. Daher fördert der Sympathikus alle Körperprozesse, die dazu geeignet sind, den Körper auf hohe Leistungsanforderungen einzustellen.

Die Beeinflussung der Körperorgane erfolgt auf zwei unterschiedlichen Wegen. Die neurale Kontrolle erfolgt über spezifische Nervenbahnen, die zu den diversen Körperorganen verlaufen. An den sympathischen Nervenendigungen, die zu allen Körperorganen verlaufen, wird Noradrenalin als Neurotransmitter ausgeschüttet. Auf diesem Übertragungswege kann die sympathische Aktivierung selektiv und lokal auf ganz bestimmte Körperorgane beschränkt werden. Der zweite Übertragungsweg ist hormoneller Natur. Hierbei wird über sympathische Nervenbahnen die Freisetzung von Adrenalin im Nebennierenmark angeregt. Das freigesetzte Hormon gelangt auf dem Blutwege simultan zu den Körperorganen und kann auf diese Weise eine generalisierte sympathische Aktivierung auslösen, die sich auf alle Körperorgane erstreckt.

Die aktivierenden Wirkungen des sympathischen Systems sind außerordentlich vielfältig und ergänzen sich gegenseitig, wie aus der nachstehenden Darstellung ersichtlich ist. Es handelt sich dabei um ein hoch effizientes, außerordentlich hilfreiches und hochgradig koordiniertes Muster von Einzelreaktionen, die eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen haben, nämlich den Organismus an veränderte oder belastende Umweltkonstellationen anzupassen.

Die Wirkung dieses Reaktionsmusters verkehrt sich jedoch, wie die schematische Darstellung ebenfalls zeigt, ins Gegenteil, wenn die sympathische Aktivierung zu lange anhält oder zu einer Überaktivierung führt, was insbesondere bei psychosozialen oder Arbeitsbelastungen der Fall ist. Eine chronische sympathische Überaktivierung stellt, wenn keine ausreichende Gegenregulation erfolgt, eine beträchtliche Gefahr für die menschliche Gesundheit dar und ist für eine Vielzahl stressbedingter Erkrankungen körperlicher und psychischer Art verantwortlich.

 

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